what time is it? addis, 18.12.2004heute ist der 10.4.1997 in aethiopien. ein land, das im wahrsten sinne des wortes in der vergangenheit lebt, weil hier noch der alte julianische kalender kalender gilt, der bei uns im mittelalter abgeschafft wurde. und wenn man mit irgendjemandem hier eine uhrzeit ausmacht, heisst es: "OK, at eight o'clock in your time." ich habe das zuerst fuer eine floskel gehalten, "in your time". aber ein blick auf armbanduhren, etwa im bus, zeigt immer eine andere uhrzeit. nach einiger zeit stelle ich fest, dass die uhren konsequent anders gehen, und zwar sechs stunden vor (oder nach, wie man es sehen will). wenn wir uns um zwei uhr nachmittags im bus fragen, wie lange wir wohl noch brauchen, ist es auf aethiopischen handgelenken acht. des raetsels loesung: sieben uhr morgens ist hier ein uhr am tag, sieben uhr abends ein uhr nachts. auch sonst ist die vergangenheit allgegenwaertig. im kino gegenueber unserem stammcafe laeuft "the rock" mit sean connery, ein actionschinken von 1996 oder "I know what you did last summer" von 1997. die zeitungshaendler vor dem kino verkaufen time-, newsweek- oder economist-ausgaben von 2001. keine ahnung, wer das noch liest. selbst in einem ordentlichen buchladen wie bookworld sind nur internationale magazine von vor vier, fuenf wochen zu bekommen. in aethiopien gehen nicht nur die uhren anders, sondern auch die frauen. sie sehen nicht nur gut aus, sie sind auch noch vorwitzig. als wir gestern eine strasse lang gingen und eine gruppe von drei schlendernden aethiopierinnen ueberholten, zupfte es mich ploetzlich am aermel. darauf sogar ein kniff in den arm, gefolgt von einem kichern und giggeln. nach dem nahen osten ein ganz ungewohntes, auesserst sympathisches gefuehl. -nbo |
| macchiato an der piazza addis abeba, 18.12.2004was fuer eine erleichterung. wir hatten schon mit dem schlimmsten gerechnet. addis, wie man hier sagt, sei eine trostlose stadt, meinten die anderen traveller in bahar dar, noch viel schlimmer als diese stadt am tana-see. aber addis ist klasse. eine entspannte grossstadt, die in einem talkessel liegt und anders als khartoum wirklich eine stadt ist. an der "piazza" sitzen wir in einem strassencafe und trinken espresso macchiato. ein paradies fuer kaffeetrinker. geschaeftsleute, tagediebe, stadt-hipster sitzen hier gegenueber dem kino in der sonne und schluerfen ihren kaffee. die kellnerinnen haben abgefahrene lockenfrisuren, und gut sehen sie sowieso fast alle aus. um die ecke von unserem "hotel baro", das eine ueppig gruenen innenhof hat, reihen sich bars und puffs aneinander. mensch, da fuehlt man sich ein wenig wie zuhause. die stimmung steigt, das heimweh verfliegt beim dritten "makiato" und bahar dar ist nur noch eine bloede episode. jeden tag werden die karten eben neu gemischt auf dieser tour. -nbo |
| fruehstueck in fuenf akten und andere merkwuerdigkeiten Bahar Dar, 15./16.12.2004kann ich bitte noch einmal die araber zurueckhaben? die letzten 24 stunden in bahar dar sind das frustrierendste, was wir bisher erlebt habe. schlimmer noch, wir sind total angefressen und regen uns auf. genau das aber macht dich als reisenden angreifbar. wenn einem das lachen vergeht, kommt's erst recht dicke. fangen wir mit dem komischen an: unserem fruehstueck im hotel "dubambessa", fuer hiesige verhaeltnisse teure mittelklasse (dafuer ist das bad sauber, es liegt am tana-see, die zimmer sind schoen). wir sitzen auf der terrasse mit seeblick und bestellen unser fruehstuck. die kellnerin nickt dauernd, und uns schwant schon, das sie kein wort verstanden hat. drei minuten spaeter kommt ihre kollegin, die ein wenig englisch kann, und nimmt die bestellung noch einmal auf. irgendwann kommt das brot. fuenf minuten spaeter die cornflakes (die ersten in afrika), aber ohne milch. drei minuten spaeter die milch. dann ein einzelner saft. wir lachen schon. zuletzt kommt der kaffee, der in aethiopien eigentlich die einfachste sache ist. keiner in diesem schuppen spricht einen zusammenhaengenden satz englisch. aber alle nicken und sagen staendig "yes", auch wenn man eine frage stellt, die man nicht mit "ja" beantworten kann. weniger lustig ist die touristenverarschung gestern nachmittag. wir fahren zum wasserfall des blauen nils, der hier aus dem see entspringt. als wir unser ticket bezahlt haben, kommen wir nach ein paar hundert metern an die stelle, wo man ueber den nil uebersetzen muss. ein haufen schergen umringt uns und will fuers uebersetzen mehr haben als fuer den eintritt (20 birr, ein abendessen fuer zwei hier). wir sind unter anderem mit drei aethiopiern aus addis unterwegs, die ebenfalls kaum glauben koennen, was diese typen dafuer haben wollen. als wir uns wundern, werden sie auch noch aergerlich. wir beissen in den sauren apfel und setzen ueber. dann die naechste ueberraschung: der wasserfall existiert nicht mehr. eine laecherliche dusche rauscht die felsklippe runter, waehrend das wasser ins nahe wasserkraftwerk umgeleitet wird. das ist das gute recht der aethiopier, aber warum streichen sie den "wasserfall" dann nicht von ihrer liste der sehenswuerdigkeiten? die drei aus addis sind tief enttaeuscht. abends wollen wir nach nairobi telefonieren, um erkundigungen bei einer safari-agentur einzuholen. auf meinem handy erscheint zwar das netz der ethiopian mobile, aber einloggen kann man sich nicht. ein typ vor dem hotel, der freund von unserem wasserfall-guide, bietet uns an, von seinem handy aus anzurufen, wenn wir eine prepaid-karte kaufen. na gut. dann waehlen wir uns eine dreiviertelstunde die finger wund, um bei jeder nummer, selbst der der deutschen botschaft in nairobi, "the number does not exist" zu hoeren. das guthaben ist verloren - es ist auf das handy unseres helfer gebucht. ein schelm, boeses dabei denkt. mehr als die haelfte will er uns aber nicht geben, denn es sei ja nicht seine schuld, dass die verbindung nicht zustande gekommen sei. "I want just be friendly to you". meine laune ist im keller bei solch blumigem gelaber. heute haben wir dann versucht, einen minibusplatz nach nairobi zu ergattern, weil die strecke dann in einem tag zu bewaeltigen ist. oeffentliche busse muessen eine zwangsuebernachtungspause einlegen, weil sie nicht nach einbruch der dunkelheit fahren duerfen. lustig nur, dass in aethiopien alle busse um 5:30 h losfahren, wenn es stockdunkel ist (sonnenaufgang ist hier um 7 h) und die fahrer sicher total ausgeschlafen sind (man sieht sie noch am abend vorher um zehn putzmunter um preise feilschen). wir fragen also morgens im hotel, und ja, verspricht man uns, der minibusplatz wir organisiert. als wir mittags nachfragen, weiss an der rezeption niemand von nichts. sicherheitshalber hauen wir noch einen zweiten typen draussen vor dem hotel an, denn jeder behauptet hier, einen platz im minibus organisieren zu koennen. nachmittags kommen auf einmal zwei typen auf uns zu, der deal sei perfekt, fahrer und wagen kaemen gleich. stunden vergehen. waehrenddessen schnellt der preis um 50 % in die hoehe. das liege an angebot und nachfrage, erklaeren uns die aethiopier. viel nachfrage, hoehere preise. das nenne ich marktwirtschaft im stundentakt. folgerichtig wird der mann, der die minibusse organisiert, auch "broker" genannt. aber es gibt nur einen broker im ort. von wegen marktwirtschaft. als wir erneut fragen, wann denn der wagen komme - man soll hier in kein fahrzeug einsteigen, dass man nicht vorher gesehen hat -, wird einer der typen fuchtig. "do it or not", sagt er, "I'm not pushing you." da muss ich fast lachen, aber ich bin schon zu wuetend. langschweifige erklaerungen folgen zum x-ten mal, dann wieder druck, sich fuer einen der beiden minibusse zu entscheiden. nun koennte man sagen, ja wir sind von unserer sudan-durchquerung ausgepowert. sind wir, keine frage, sonst haetten wir alles weggelacht. aber wir treffen andere, denen es in dieser stadt genau so geht. ein aelterer serbe bei uns im hotel schimpft wie ein rohrspatz. ein traveller-paar aus israel, das wir in einem cafe treffen, ist total angepisst. und das, obwohl die frau urspruenglich aus aethiopien stammt. sie findet ihr frueheres heimatland fuerchterlich. wir haben beide zum ersten mal seit dem dammtor richtiges heimweh. -nbo |
| Abgestempelt Bahar Dar, 15.12.2004Hier in Aethiopien gehen die Uhren anders, und zwar jede. Keine zeigt die selbe Uhrzeit an, jede hat ihre eigene Zeit. Die Taktgeber der westlichen Welt sind hier offensichtlich reine Dekorationsartikel oder wir haben das System nur noch nicht verstanden. Nachdem wir gestern in Bahar Dar, einem kleinen Ort am Lake Tana angekommen sind, faellt es uns schwer, gute Laune zu behalten. Hier herrschen bad vibrations. Nur einfach ein Gast in diesem Land zu sein, funktioniert hier in Aethiopien nicht. Man ist Tourist, ein weisser Leuchtturm und muss dafuer bluten. Fast scheint es, als wuerde man dafuer bestraft, dass man Interesse an diesem Flecken Erde hat. Der Weisse ist reich und sie sind arm und deswegen muessen wir blechen, aber richtig. An jeder Ecke wird man aufs Uebelste abgezockt. Als muesse man eine Ablasszahlung fuer vorrangegangene Ungerechtigkeit leisten. Und dabei ist gerade Aethiopien das Land, dass niemals eine europaeische Kolonie gewesen ist, bis auf die kurze siebenjaehrige Besetzung durch Italien. Also koennen sie sich auch nicht auf Wiedergutmachung berufen, sie haben sich hier alles selber eingebrockt, ihr Missmanagement und ineffiziente Landwirtschaftstechnik hat es in diesen maroden Zustand hineinkatapultiert. Der 17 Jahre waehrende Kommunismus bis 1991 hat ihm dann noch den Rest gegeben. Durch die westlichen Hilfsorganisationen kam dann das weisse Geld hierher, und seitdem sind wir abgestempelt als goldene Kuehe. Vor allem im Tourismus wird man uebers Ohr gehauen, dass einem Hoeren und Sehen vergeht und vor allem die Froehlichkeit. An allen oeffentlichen Stellen scheint Abzocke befohlen. Bei Eintritten und Transport zahlen wir dass 2-3 fache der einheimischen preise. Damit haette ich grundsaetzlich kein Problem, wenn sie zudem nicht auch noch ganz offensichtlich versuchen wuerden, die Kosten einer kompletten Minibusladung auf uns abzuwaelzen. Hinter ihrem Ruecken tun wir uns mit anderen Touristen zusammen, um auf eigene Faust die Fahrt nach Addis Abeba zu organisieren, nur um nicht erneut uebers Ohr gehauen zu werden. Am naechsten Morgen kommt der Minibus natuerlich nicht, weil sie hier alle unter einer Decke stecken, Saubande. Es ist traurig und hinterlaesst einen bitteren Nachgeschmack. Und dass, obwohl ich gerade auf dieses Land so gespannt war. Der einzige Ort, wo ich bis jetzt nicht dieses ungute Gefuehl hatte, waren die Kneipen und Cafes, in denen wir fuer ein komplettes Fruehstueck mit Satft und Kaffe umgerechnet 1,80 Euro bezahlt haben. Nicht dass es mir um den Betrag des Geldes geht, natuerlich sind wir reich gemessen am Durchschnittslohn hier. Es geht mir vielmehr um das Gefuehl der Gleichbehandlung und des Willkommenseins. Denn genaugenommen praktizieren sie hier jetzt nichts anderes, als die ihnen nur zu gut bekannte Ungleichbehandlung, nur eben umgekehrt, schwarz gegen weiss. Die Atmospaere zwischen "Gaesten" und Einheimischen erinnert mich hier schwer an Kuba. Wir muessen zahlen und uns obendrein noch schlecht fuehlen, des Gewissens wegen. Weder moechte ich wegen meiner Hautfarbe bevorzugt, noch benachteiligt werden. Ich moechte einfach nur das Land kennenlernen. Mann, wie ticken die hier eigentlich. Zum ersten mal beschleicht mich so ein Gefuehl wie Heimweh. nach Diktat verreist -dwo |
| halbe strecke gondar, 14.12.2004die erste etappe ist geschafft. bis gondar regierte der zeitplan, aufgedrueckt vom stempel des aethiopischen visums. macht nichts. so haben wir mehr zeit in ostafrika mit seinen phantastischen landschaften. staedte und historische orte haben wir auch genug gesehen. jetzt sitzen wir in unserem runden hotelturm in gondar und legen eine art wochenende ein. lesen, essen, kaffee trinken, vom balkon in die landschaft schauen. planen. luft holen. an zuhause denken: an das gemuetliche, saubere bett in unserer wohnung. an st. pauli und phiesta sowieso. an ein koelsch in der bar centrale, einen wein "auf der ecke" bei mr. kebap (in unserer erinnerung ist in hamburg immer noch spaetsommer/fruehherbst), an das schwarzbrot in der baeckerei in der paul-roosen-strasse, einen joghurt im glas, spaghetti mit pesto, ein fischbroetchen an den landungsbruecken, die elbe, einen galao beim portugiesen, einen schwarzen bei karlo, einen von knuts cocktails, an den tue-bop... zwei monate ist das alles her. 9.800 kilometer haben wir vom dammtor zurueckgelegt. noch mal soviel liegen vor uns, wie uns gestern zwei suedafrikaner gesagt haben, die von kapstadt hochgekommen sind. morgen geht's weiter. -nbo |
| jenseits von entenhausen gondar, 13.12.2004gondar ist verwirrend und unwirklich. in 2200 metern hoehe gelegen, mit jahrhunderte alten burgartigen schloessern, die fast schottisch anmuten, eingerahmt von huegeln mit waldstuecken und weiden, die einen eher an eine voralpenlandschaft erinnern. schilder sind mit seltsamen runen beschriftet (amharisch). im zentrum befindet sich die "piazza", die die italiener samt grossem cafe aus ihrer sechsjaehrigen kolonialzeit hinterlassen haben. die aethiopier sind zwar schwarz, aber ihre gesichter haben oft wenig aehnlichkeit mit den afrikanern, die man normalerweise im kopf hat. eher sehen sie europaeisch aus, nur eben dunkel. gondar wirkt wie eines dieser unter dichten wolken verborgenen maerchenlaender, auf das die duckfamilie nach tausenden von kilometern auf schatzsuche jenseits von entenhausen in gestuerzt ist. im ethiopia cafe an der piazza trinken wir erst mal einen kaffee. schoen stark, die aethiopische variante des espresso, mit viel crema. sobald wir aber einen fuss vor die tuer des cafes oder hotels setzen, sind wir von einer horde kinder und jugendlicher umringt, die uns wie ein schwarm folgt. die kleineren fragen "mister, buy me book?", die aelteren "you go to simien mountains?". daran muss man sich gewoehnen, die kerle verschwinden nicht. die erwachsenen sind auf den ersten blick um so reservierter. sitzt man aber erst mal mit ihnen in einer der zahlreichen kneipen zusammen, tauen sie sofort auf. in einer mischung aus kramladen und bar trinken wir aethiopischen ouzo (nicht schlecht!) und laestern ueber den sudan. da lachen die aethiopier schallend. waehrenddessen wird ueber die tresen-theke wasser und klopapier verkauft. in der ecke wippt ein mann im rhythmus der musik. die besitzerin des ladens winkt uns am naechsten morgen gleich freudestrahlend zu - wahrscheinlich auch, weil woldo meinte, aethiopische frauen wuerden so gut aussehen. das hat ihr sichtlich geschmeichelt.die aethiopischen maenner sind fussballverrueckt. als wir nachmittags in unserem zimmer sind, hoeren wir ploetzlich ein tierisches geschrei von oben. ich renne rauf in die rooftop bar, ein tor ist gefallen. die bar platzt aus allen naehten, so viele wollen das spiel sehen. ich denke, das tor muss fuer aethiopien gefallen sein. ein blick auf den bildschirm belehrt mich eines besseren: es ist ein premier-league spiel zwischen arsenal und birmingham. englischer fussball ist das einzige, was hier zaehlt. mit den aethiopien-klischees, die sich seit dem band-aid-konzert 1984 in allen koepfen festgesetzt haben, hat das alles hier nichts zu tun. weder hungernde blaehbaeuche noch fliegenuebersaete kinderkoepfe. bettler gibt es allerdings genuegend, die auch den einheimischen ihr spruechlein runterbeten. auffaellig ist auch, dass hier unglaublich viele leute in den strassen unterwegs sind, ohne erkennbar etwas zu tun zu haben. das ist das einzige indiz dafuer, dass es aethiopien wohl nicht so gut geht, wie einen das entspannte treiben glauben laesst (aethiopien ist im human development report der UNO auf platz 170 von 177). -nbo |
| paradies im grenzmuell metema, 11.12.2004als es schon dunkel ist, passieren wir endlich die bruecke zwischen gallabat/sudan und metema/aethiopien. mateus, ein junger typ, der sein auskommen als grenzgaenger findet, hat uns durch die amtsstuben gelotst. jetzt staunen wir ueber die hauptstrasse von metema, einem dorf, in dem naechtliches leben brodelt. in einer huettenbar fallen wir verschwitzt und staubbedeckt wie grubenarbeiter auf einen stuhl und zischen das erste bier seit aegypten. im hintergrund laeuft groovige mucke, die frauen tragen keine kopftuecher mehr, und alle sind entspannt. ein travellerparadies! dass es schaebig ist, stoert uns nicht, im schein der lichter wird hier alles in eine hippie-atmosphaere getaucht. und wir sind zu kaputt, um noch ansprueche zu stellen. unser zimmer ist ein verschlag, die toilette im hof ein loch im boden, an dessen grund im schein der taschenlampe es krabbelt und wabert. auch das ist reisen. mateus findet fuer uns hinter der zehnten huette abseits der hauptstrasse noch ein geoeffnetes restaurant, in dem wir injera, das graue, poroese, pfannkuchenartige brot aethiopiens, mit fleisch essen. zum schluss ein bier in einer der unzaehligen huettenbars. und ueberall nur junge leute. keiner ist aelter als 25 (aethiopien ist das zweitbevoelkerungsreichste land afrikas, mit 72 millionen einwohnern). ob metema bei tageslicht traurig aussieht, werden wir nie erfahren: unser bus nach gondar faehrt am naechsten morgen freundlicherweise um halb sechs. -nbo |
| ein paar tips zur sudan-durchquerung 11.12.2004TRANSPORT hier die nord-sued-variante: von aswan, aegypten, ueber den nasser-stausee mit der faehre nach wadi halfa, (198 EP, ca. 25 euro fuer die deckklasse). dauert incl. beladen 28 stunden. faehre legt in aswan jeden montag ab, ist also dienstags gegen 15, 16 h in wadi halfa. von dort mit einem truck-bus, entweder ueber atbara direkt nach khartoum, ca. 28 h, durch die wueste kacheln, ticket kostet ca. 20 euro. oder dem nil folgen ueber dongola, was landschaftlich toll sein soll. wir konnten es wegen zeitdruck nicht machen. von khartoum mit dem bus nach gedaref, ab khartoum land terminal, dem brandneuen modernen busbahnhof im sueden der stadt, fuer ca. 8 euro pro ticket. el gailani ist eine neue busgesellschaft und waermstens zu empfehlen. sensationeller service. in gedaref angekommen, fahrt man mit einem taxi fuer 600 dinar (ca. 1,70 euro) zum markt. dort nimmt man fuer 1000 dinar (ca. 3 euro) einen truck nach gallabat, dem ort auf der sudanesischen seite der grenze (zwillingsort auf der anderen seite ist metema). das dauert 5 stunden und ist eine abenteuerliche, aber landschaftlich phantastische strecke. --- UEBERNACHTEN wadi halfa: im nile hotel, sehr basic, aber unglaublich urig. nach der faehrfahrt ein paradies. 700 dinar pro person und nacht in mehrbettzimmern oder im hof, wenn's zu heiss ist. - khartoum: fuer 38 $ das doppelzimmer entweder im falcon hotel, geradezu stylisch, vor allem nach den bustruckfahrten (cunt mukhlis/baladiya str., 00249-11-772195) oder im el salahwi fuer ca. 10 $, ebenfalls in downtown. internetzugang gibts im meridien hotel fuer 500 dinar (2 $ die stunde). |
| Tausche Abitur gegen Sport-BH 11.12.2004Afrika, 42 Grad, die Sonne brennt. Perfekter Halt dankt 3-Wetter-Taft. Schoen waer's. Die Fortbewegungsmittel werden abenteuerlicher. Wir sind in Gedaref umgestiegen vom Luxus-Bus auf die Pritsche eines LKWs und werden "zu Fuss" gefahren in Richtung aethiopischer Grenze. 4 Stunden soll die Fahrt dauern, fuer 180 km. Stehend wohlgemerkt, zusammengepfercht zwischen 35 weiteren Passagieren und landwirtschaftlichem Geraet. Durch zerfurchte Pisten, die ihren Namen nicht verdient haben. Ein Schlagloch nach dem anderen. Bloss nicht die Knie durchdruecken, dann wird man zur Stange und kann die Stoesse nicht mehr abfedern. Den Klammergriff haben wir zwar schon auf der letzten Bustour perfektioniert, aber der nuetzt uns wenig. Die Fliehkraft reisst dich vom Boden, das gesamte Gewebe deines Koerpers in staendiger Auf- und ABwaertsbewegung. Ich fuehle mich wie in einem Dauerbelastungstest fuer IKEA-Schubladen. Die beiden kichernden Maedchen im Basthuettchen am Marktplatz von Gedaref wollen mich vor der Abfahrt noch schminken, aber ich erklaere ihnen durch Hochhalten meiner Sonnenbrille, dass es keinen Sinn macht, mir die Augen schoen zu machen. Na gut, dann rauchen wir eben eine zusammen. Ich bin baff, die ersten rauchenden Frauen seit der Tuerkei. Ueberhaupt sind die Frauen hier in Afrika ein eigenes Kapitel. Nicht nur, dass sie groesstenteils wunderschoen geschnittene Gesichter haben, sie sind auch erstaunlich selbstbewusst und offen. Eine Wohltat nach der maennerdominierten arabischen Welt. Nach 5 Stunden auf dem Ruettelbrett, uebersaet mit blauen Flecken und Schuerfwunden und Gesichtern wie Bergarbeiter kommen wir am sudanesischen Grenzort an. Das muss man sich mal vorstellen: Herr der Ringe Teil 1+2 stehend und durchgeschleudert. Im Stockdunklen passieren wir die aethiopische Grenze. Heute nacht kann ich ueberall schlafen, hauptsache in der Waagerechten, geduscht wird morgen. nach Diktat verreist -dwo |
| sudan-transport mal anders 11.12.2004es geschehen zeichen und wunder. der bus, wir heute morgen besteigen, ist ein nagelneuer mercedes-reisebus. die busgesellschaft el gailani muss von einem reichen saudi im namen der arabischen bruederlichkeit finanziert sein, anders ist diese luxusfahrt nicht zu erklaeren. el gailani habe "good service", sagen die leute am ebenfalls brandneuen busbahnhof von khartoum, der eher einem flughafen gleicht. sie haben recht. wir bekommen kaffee, ein fruehstueck, cola, saft und kekse. waehrenddessen gleiten wir sanft abgefedert durch die landschaft richtung suedosten. und siehe da, auch hier aendert sich etwas. die oede ebene weicht einer freundlichen gruenen huegellandschaft, die staedte bestehen aus runden lehmhuetten mit strohdach, sind auf einmal sauber und gepflegt. gedaref, wo wir aussteigen, ist geradezu malerisch im vergleich zum nordsudan. gutgelaunt besteigen wir mittags am rande des marktes von gedaref einen truck nach gallabat. unsere letzte etappe bis zur aethiopischen grenze. ein sudani vor mir hat auf seinem hemd stehen "one life - live it" stehen. wir wahr, denke ich, als wir durch die heisse savanne losruckeln. -nbo |
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